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Wie erkenne ich Emotionen nach einer Sportverletzung?

30/11/2025

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Ausgehend vom letzten Blogeintrag möchte ich hier das Thema Emotionen noch etwas vertiefen. Im Oktober-Blog habe ich geschrieben, dass der erste Schritt zur Emotionsregulation die Fähigkeit der Emotionswahrnehmung ist. Doch so einfach ist dieses Wahrnehmen gar nicht.
Unsere Gesellschaft ist auf Leisten und Handeln ausgerichtet. Emotionen gelten oft als störend, schliesslich "kennen Indianer keinen Schmerz" und "manchmal muss man halt einfach die Zähne zusammenbeissen" und sowieso "kommen nur die Harten in den Garten". Unsere Sprache ist gespickt mit solchen Glaubenssätzen. Wir erledigen, was es zu tun gibt und blenden aus, wie wir uns dabei eigentlich fühlen. Doch wer Emotionen ausblendet, verliert den Kontakt zu sich selbst und gerade in der Rehabilitation, ist es so wichtig, das Vertrauen in sich und in seinen Körper zu spüren. Emotionen sind hierfür ein wichtiges Signal.  Sie auszublenden ist dafür mit Bestimmtheit nicht der richtige Weg.
Unterdrückte Emotionen verschwinden nicht. Sie stauen sich auf und zeigen sich später oft in gesteigerter Form. Im Verletzungskontext sehe ich das oft in Bezug auf Unsicherheit/ Angst. Wird diese nicht ernst genommen, zeigt sie sich spätestens dann, wenn die verletzte Person aufgefordert wird, eine Bewegung auszuführen, welcher sie sich vom mentalen Reha-Stand her noch nicht gewachsen fühlt. Die Reaktion kann sich dann oftmals übersteigert zeigen.  

Hast du dir schon mal überlegt wo und wie du die verschiedenen Emotionen spürst? Machen wir ein kleines Experiment: 
1. Suche in deinen Erinnerungen ein wunderschönes Erlebnis. Eines, wo du dich so richtig glücklich, zufrieden, aufgehoben gefühlt hast. Wo fühlst du das im Körper? Berühre deinen Körper an dieser Stelle. Wie fühlt sich dieses Gefühl an? 
2. Suche nun ein Ereignis, bei welchem du dich so richtig fest aufgeregt hast. Du warst total wütend. Wo fühlst du das im Körper? Berühre dich dort. Wie fühlt sie Wut bei dir an? 

Bevor wir Emotionen benennen können, zeigen sie sich bereits durch körperliche Empfindungen. Enge in der Brust, Druck im Bauch, ein Kloss im Hals, ein Stechen in der Schulter, Wärme oder Kribbeln im Herzbereich, schwere oder verspannte Schultern, aufsteigende Wärme im Körper. 
Jede Person reagiert individuell und es lohnt sich mit diesen Signalen auseinanderzusetzen. Sie sind Vorboten und können dich bereits auf bevorstehende Ereignisse vorbereiten. 
Gib der gespürten Emotion dann einen Namen. Ist es Angst? Oder Unsicherheit? Ist es Traurigkeit? Oder eher Hoffnungslosigkeit? Auch das ist gar nicht so einfach hier wirklich präzise zu sein. Es geht nicht um eine Wertung, sondern nur um ein "Labeling". Benennen ohne Bewertung. 

Wenn du bereits sehr gut darin bist Emotionen zu spüren, dann kannst du sie nach Stärke einordnen. Ist die Emotion
- gelb = sie ist da, ich nehme sie wahr
- orange = sie hat eine mittlere Stärke, ich kann mit ihr umgehen,
- rot= die Emotion übermannt mich total. 

Du kannst auch mit Skalen von 1-10 arbeiten - Was für dich besser passt. 

Du bist nur Beobachter deiner inneren Welt. Die genaue Einordnung kann dir helfen, dich nicht im Strudel der Emotionen zu verlieren, sondern einen neutralen Blick darauf zu werfen.
"Ich fühle mich unsicher. Ich weiss, das, weil ich ein nervöses, aufsteigendes Gefühl in der Brust spüre. Diese Unsicherheit ist orange, was bedeutet, dass ich damit umgehen kann. Ich muss mich somit davon nicht verunsichern lassen, denn wenn ich fokussiert bleibe, was nun zu tun ist, kann ich mit dieser Unsicherheit umgehen."
So oder ähnlich könnte deine innere Stimme mit dir reden. 

Und warum ist es wichtig die eigenen Emotionen wahrnehmen zu können? Du bist deinen Emotionen nicht ausgeliefert, wenn du fähig bist, sie exakt wahrzunehmen und einzuordnen, dann ist der Umgang mit ihnen viel einfacher, als wenn du keine Ahnung hast, was in dir grad abgeht. Emotionen sind dazu da dich entweder zu pushen oder zu schützen. Sie sind je nach Kontext nicht angenehm auszuhalten, aber sie können überwunden werden. Dafür ist der erste Schritt, sie richtig erkennen, benennen und einordnen zu können. 

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    Raphaela Bon ist Mentaltrainerin. Eines ihrer Spezialgebiete ist der mentale Support nach Verletzungen. 

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