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Emotionen in den Griff bekommen

31/10/2025

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Ich gammle schon den ganzen Tag auf meinem Sofa. Seit zwei Tagen habe ich nicht geduscht - zu mühsam mit der Verletzung. Neben mir drei leere Joghurtbecher. Kochen - zu anstrengend mit der Verletzung.  Meine alten Lieblingstrainerhosen gönn ich mir. Ich bin momentan sowieso nicht sozialverträglich.  Lustlos, energielos, hoffnungslos. 
Mir kullern die Tränen übers Gesicht. Es sind nicht Tränen der Wut, wie ich sie zu Beginn der Verletzung kannte. Es sind Tränen der Zukunftsangst, der Verzweiflung. Und wenn ich ehrlich bin, auch ein wenig des Selbstmitleids. Bringen sie mich weiter? Vermutlich nicht und das weiss ich auch. Tun sie mir gut? Manchmal ja, wenn ich nach einer gewissen Zeit wieder herausfinde. Dann waren sie eine Erleichterung. Manchmal aber ist es, als würde ich in den negativen Gefühlen hängen bleiben und manchmal beginnt sich die Abwärtsspirale zu drehen. 


Gefühle gehören zu unserem Leben wie das Atmen. Doch manchmal fühlen sie sich so überwältigend an, dass sie uns zu beherrschen scheinen. Doch glaub mir, dass man lernen kann, die Emotionen zu regulieren. 

Emotionsregulation sind Strategien, mit denen wir unsere Gefühle wahrnehmen und beeinflussen können.  Es geht dabei nicht darum, Emotionen zu unterdrücken oder „wegzumachen“, sondern darum, sie so zu steuern, dass sie uns nützen, anstatt uns zu überfordern oder ins Elend zu stürzen.
Das kennst du auch aus der Zeit vor deiner Verletzung. Stell dir eine Wettkampfsituation vor, in welcher du kurz vor dem Start starke Nervosität verspürst.  Anstatt diese zu verdrängen, nimmst du sie wahr, atmest tief durch, erinnerst dich an deine Vorbereitung und richtest den Fokus auf deine Stärken. Du regulierst deine Emotionen aktiv – und ermöglichst dir, trotz Aufregung ruhig und konzentriert zu bleiben.

Warum ist Emotionsregulation in der Rehabilitationsphase wichtig? 
Für die Gesundheit ist der Umgang mit Emotionen und deren Regulation wichtig, damit wir ausgeglichen sind und weniger Stress haben. Unterdrückte Emotionen können den Körper belasten, aber auch übersteigerte Emotionen können im Körper Stresssituationen auslösen. Und Stress ist nicht förderlich für die Heilung.  Forschung zeigt, dass Menschen mit guten Emotionsregulationsfähigkeiten resilienter sind – sie erholen sich schneller von Rückschlägen und bleiben langfristig psychisch stabiler.

Doch welche Strategien zur Emotionsregulation gibt es?
1. Gefühle bewusst wahrnehmen, ohne sie sofort zu bewerten. „Ich bin traurig“ ist ein Beobachtungssatz, kein Urteil.
2. Manchmal hilft es, einfach zu akzeptieren, dass Emotionen da sind. Sie gehen meist schneller vorbei, wenn wir ihnen Raum geben und sie stehen lassen. "Es ist okay. Ich bin jetzt traurig. Es geht vorbei."
3. Eine Situation neu interpretieren – z. B. „Jetzt ist es noch nicht gut, aber ich stehe ja auch erst am Anfang der Rehabilitation“ statt „Es ist alles scheisse. Es kommt nicht mehr gut“.
4. Sich selbst zu beruhigen hilft, das Nervensystem zu regulieren. Atemübungen, Musik, Bewegung oder ein Spaziergang, falls das möglich ist, nur schon ein Raumwechsel oder eine warme Dusche. Das sind alles Möglichkeiten, sich zu regulieren. Zudem gibt es zum Beispiel  Visualisierungstechniken aus dem Mentaltraining oder aus der Körperarbeit Klopftechniken, die dich beruhigen können. 
5. Sprich mit anderen über deine Gefühle. Dies ist keine Schwäche, sondern eine Stärke und darüber zu sprechen kann die Perspektive öffnen und dich emotional entlasten.
6. Besteht keine Möglichkeit eines Gespräches, dann nimm ein Blatt Papier und schreibe einfach darauf los, was du in dir spürst, was dich belastet, was deine Gedanken sind. Lass den Stift einfach laufen mit dem Ziel, dass alles rauskommt, was dich emotional aufwühlt. 

Niemand ist perfekt darin – und das muss auch niemand sein. Wir sind keine Maschinen und Emotionen gehören zum leben dazu. Es geht nie darum sie zu unterdrücken, sondern wahrzunehmen, zu benennen, einzuordnen und dann zu entscheiden, was man damit machen möchte. Du darfst Chef sein über sie. 
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    Raphaela Bon ist Mentaltrainerin. Eines ihrer Spezialgebiete ist der mentale Support nach Verletzungen. 

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